Universität der Künste, Berlin
Öffentliche Einrichtungen, Berlin

Fenster zum Innenhof: Der Schindler-Glasaufzug an der Fassade der Fasanenstraße 1 b fügt sich nahtlos in das architektonisch-künstlerische Gesamtkonzept des denkmalgeschützten Gebäudes ein.

Eckdaten

Anzahl
1

Standort
Fasanenstraße 1 b, 10623 Berlin

Fertigstellung
2021

Produkte
Schindler 5500

  • Öffentliche Einrichtungen
  • Berlin
  • Teilmodernisierung

Projektbeschreibung

Barrierefreier Zugang zu Musik 

Der Aufzug, den der Architekt Philip Engelbrecht gemeinsam mit Schindler für die Universität der Künste (UdK) Berlin entwickelt hat, bietet mehr als Barrierefreiheit und Funktionalität: Sein Design macht den spezialangefertigten Schindler 5500 mit Infinity-Glaskabine selbst zum Kunstwerk. Leicht und imposant fügt sich der Aufzug in die Fassade des schmalen Innenhofs und das Konzept des denkmalgeschützten Gebäudes ein. 

Nach dem Konzert sitzt man noch zusammen auf der Holzbank und lässt den Abend bei einem Getränk nachklingen. Mosaiksteine schmücken den Innenhof, dessen Beleuchtung das denkmalgeschützte Gebäude und seine Besucher*innen in ein warmes Licht taucht. Im Hintergrund gleitet der Glasaufzug fast lautlos die Fassade entlang. 

Die Abende im Kammersaal der UdK Berlin sind ein Geheimtipp: Zur Vorbereitung auf ein Leben als Musiker*innen öffnen die Studierenden regelmäßig die Türen des Konzertsaals und lassen die Berliner Besucher*innen kostenlos zuhören. In diesem Zusammenhang spielt das Thema Barrierefreiheit eine genauso wichtige Rolle wie im Uni-Alltag an der UdK. Bis vor einiger Zeit jedoch war das Gebäude nicht rollstuhlgerecht. Zudem musste der Konzertflügel regelmäßig in den ersten Stock getragen werden. Daher wurde in der Fasanenstraße 1 b, dem Standort der UdK, der übereck mit der Hardenbergstraße 33 verbunden ist, ein Aufzug realisiert. Für die anspruchsvolle Nachrüstung an der Innenhof-Fassade gewann die Universität einen besonderen Architekten: den ehemaligen UdK-Studenten Philip Engelbrecht. 

Das Fenster zum Hof

Engelbrecht ist auf Aufträge aus dem Kulturumfeld spezialisiert und kennt den Anspruch des Hauses, bei einem künstlerischen Statement keine Aspekte auszusparen. Sein Entwurf des Aufzugs fügt sich nahtlos in das Gesamtkonzept der UdK ein und ist weit mehr als ein Zweckgegenstand. „Der Glasaufzug ist ein sehr spannendes Projekt“, sagt der Architekt, „Wir mussten einerseits in einer gewissen Größenordnung denken, schon allein, um den Flügel zu transportieren und uns den Dimensionen des Gebäudes anzupassen, aber durften den schmalen Innenhof andererseits nicht überfrachten.“ Die Enge gab für den Architekten die gestalterische Richtung vor: Leicht sollte der Aufzug wirken, unaufdringlich und zurückhaltend. Dabei sollte er 18 Personen oder eben jenen Flügel transportieren können und musste zu den Proportionen des Gebäudes passen. 

Weil der Platz im Innenhof begrenzt ist, entsteht eine enge Wechselwirkung zwischen der Kabine und den Büros sowie dem Kammersaal. Damit man vom Aufzug aus nicht auf die Schreibtische schaut, wurde dieser an den Seiten dezent geschlossen. Farblich sind die geschlossenen Aufzugbereiche an den Bestand angepasst. „Die Kabine ist groß, dank der komplett verglasten Front kann man in den Hof schauen, das beengende Gefühl manch anderer Aufzüge bleibt völlig aus“, sagt Architekturdozentin Annegret Thiede, die als Projektleiterin die Umsetzung des Schindler 5500 begleitet hat und den Aufzug beinahe täglich in Aktion erlebt. 

Glas als Wettbewerbsfaktor

Die drei auf drei Meter großen Glasscheiben an der Front lassen den Aufzug trotz seiner Größe filigran wirken. Die großflächige Verglasung galt für den Architekten in der Planungsphase schon recht schnell als gesetzt und war am Ende das Argument für den Zuschlag an Schindler. Als einziges Unternehmen in der offiziellen Ausschreibung konnte der Schweizer Aufzugsspezialist Schindler Glas in dieser Größenordnung für einen Aufzug realisieren. Durch das besondere Material wurde die vom Architekten angestrebte „überwiegend transparente Gesamterscheinung“ erreicht. 

Perfektion bis ins letzte Detail

Engelbrecht gibt dem Schindler 5500 eine umfassende Daseinsberechtigung und verschwendet dabei nichts: Bis ins kleinste Detail hat der Architekt den Glasaufzug und seine Position geplant. So war zum Beispiel der Vogelschutz ein Thema. Nachdem Engelbrecht in Zusammenarbeit mit dem BUND die Einflugschneisen der Vögel ermittelt hatte, plante er ein Punktemuster im Glas des Aufzuges ein. Dieses zeigt nicht nur den gefiederten Freunden das Hindernis auf, sondern würdigt auch einen der Gründungsväter der UdK, Joseph Joachim. Das Muster bildet eine Frequenzanalyse des ersten Motivs der Fantasie für Violine von Robert Schumann ab, die dieser seinem besten Freund Joachim gewidmet hatte. 

„Wenn ich in der Kabine stehe, sehe ich die Punkte im Aufzug Wellen an die Fassade werfen“, sagt Annegret Thiede, die mit der Umsetzung sehr zufrieden ist. Es gefällt ihr, dass der spezialangefertigte Schindler 5500 „mehr als ein Aufzug“ ist. Er macht die Fasanenstraße 1 b nicht nur barrierefrei, und er transportiert nicht nur den Konzertflügel. Er respektiert auch die besondere Atmosphäre des Hauses und spiegelt sie wider. 

Mittlerweile gehört der Glasaufzug fest zur UdK dazu. Studierende freuen sich ebenso wie die Lehrkräfte und die abendlichen Konzertbesucher*innen über den barrierefreien Zugang. Die Beteiligten heben unterdessen besonders die Zusammenarbeit mit Schindler hervor, die stets respektvoll und produktiv war. Und abends, wenn auf der Holzbank die Musik noch nachklingt, der Blick der Beleuchtung folgt und über den Aufzug schweift, ist er da, der Gedanke: stimmiges Gesamtkonzept! 
 

Technische Details

Schindler 5500

Traglasten
1350 kg

Geschwindigkeit
1 m/s

Fördhöhe
17 m

Anzahl
1

Haltestellen
5

Ausstattung
Behindertengerechte Ausstattung, Glastüren, Kabine gemäß Kundenanforderung: Verglasung, rollstuhlgerecht, hohe Tragkraft, muss zum Gesamtkonzept passen

Besonderheiten
Infinity-Glaskabine

Technische Details

Produktname
Schindler 5500

Traglasten
1350 kg

Fördhöhe
17 m

Anzahl
1

Geschwindigkeit
1 m/s

Haltestellen
5

Ausstattung
Behindertengerechte Ausstattung, Glastüren, Kabine gemäß Kundenanforderung: Verglasung, rollstuhlgerecht, hohe Tragkraft, muss zum Gesamtkonzept passen

Besonderheiten
Infinity-Glaskabine

Ansprechpartner*in

Berlin

Bei Fragen zu dieser Referenz kontaktieren Sie bitte den zuständigen Ansprechpartner für die Region Berlin.

Wolf Ulrik Wever
Kaufmännischer Leiter

Tel. +49 151 15124956

wolf-ulrik.wever@schindler.com